Mein eigener Weg begann mit einem großen Leidensdruck.
Ich fühlte mich nicht wohl, dachte, dass mit mir selbst etwas nicht in Ordnung sei, ging auf die Suche nach den Ursachen, las viele Bücher. Nach einem langen Weg entdeckte ich letztlich, dass ich krank war, weil mich die Zerstörung meiner Umwelt emotional sehr berührte. Ich besorgte mir weitere Bücher, besuchte Tagungen und versuchte Gründe zu finden, warum wir als Menschheit so handeln, wie wir handeln und unserer Umwelt gegenüber oft so gleichgültig sind. Da ich aber wirkliche Antworten für mich nicht finden konnte, begann ich schließlich selbst meine Gedanken niederzuchreiben unter dem Arbeitstitel: "Die Entnaturisierung der Erde - Fakten, Ursachen, Lösungswege".

Als ich dieses Buch schrieb, geschah etwas wunderbares, während eines Urlaubs in England, im Lake District. Drei Nächte hintereinander hatte ich den Traum ich sei ein Baum, der in der Nähe des Hotels stand.

Die Träume waren sehr intensiv und nach der dritten Nacht folgte ich ihnen. Ich fand in einem Wald eine alte Esche, die - wie ich später erfuhr - zur Zeit der Germanen als Esche "Ygdrassil" das Symbol des Lebens darstellte. Der Baum, den ich gefunden hatte, stand in der Nähe von Sellafield, einem der größten Atomkraftwerke der Erde. Er hatte einen kräftigen Stamm, drei große sich weit verzweigende Äste und starke Wurzeln, und er stand an einem kleinen Rinnsal.



Der Baum als Symbol der Ganzheit


Ich hatte mich neben den Baum auf den Waldboden gelegt und trank nach einiger Zeit aus diesem Rinnsal, das leise vor sich hinplätscherte. Was dann geschah, kann ich mit Worten nicht fassen. Dieser Baum symbolisierte in einem einzigen Moment - in dem alles zusammenfloss - ein wunderbares Gefühl von Ganzheit und Frieden.

Der Baum hatte drei starke Äste, einen festen Stamm und kräftige Wurzeln.

Der kräftigste Ast sagte mir, dass alle Lebensenergie vom Licht des Himmels stammt und nur diese Energie zum ewigen Leben führt.

Der zweite, etwas kleinere Ast symbolisierte die Verteilung der Lebensenergie, das ökonomisch gerechte Denken und Handeln.

Der dritte Ast war ein Symbol für den Einklang, den wir mit der Schöpfung finden können.

Die Wurzeln standen für die Suche nach unseren Ursprüngen, im Verborgenen der Vergangenheit und im Verborgenen unserer Seele.

Der Stamm symbolisierte unsere Möglichkeiten die Zukunft und die Vergangenheit in Liebe zu verbinden, um kraftvoll im Jetzt stehen zu können - und ganzheitlich zu handeln.

Dieser Baum war ein Symbol der Ganzheit und auf einmal formte sich der Begriff "ÖKOSOLOGIE" in meinem Geist.

Dieser Begriff stand für ein neues ganzheitliches Denken, das all die vom Baum gezeigten Dinge in sich vereinigt, da es neben den Begriffen der Ökologie und der Ökonomie, das Solare, das Soziale und auch des Solo, das durch uns selbst geschaffene Handeln, mit einschließt.

Dieses Erlebnis war so grundlegend, dass sich mein ganzes Leben danach radikal veränderte. Für mich offenbarte sich ein ganzheitliches Verständnis der Lebenszusammenhänge, für das mir eigentlich die Worte fehlen, da das Wunderbare und Schöne darin kaum zu beschreiben ist.



Licht des ewigen Lebens

Es war, als ob alles, was ich um mich herum sah, der Ausdruck einer großen Liebe ist, die sich in jedem Steinchen, im Blau des Himmels, im Grün der Natur, in uns selbst - und aus uns heraus, zeigt. Auf einmal wurde mir bewußt, was es bedeutet, den Fluß des Lebens in mir zu spüren, was es bedeutet durch Nahrung, Sauerstoff und Wärme überhaupt leben zu können.

Ich fühlte wie verletztlich das Leben ist, dass es nur in einer ganz kleinen Bandbreite von wenigen Grad Celsius und der richtigen Kombination von fließendem Wasser, Nahrung und Luft sein instabil stabiles Gleichgewicht findet - und ich fühlte, wie dieses Gleichgewicht durch uns gestört wird, weil wir uns im Übermaß dem fossilen und atomaren Feuer zugewandt haben.

Und so hat mich mein Traum dahin geführt, in aller Tiefe zu empfinden, dass ich verbunden bin mit Allem, auch wenn ich mich als Einzelwesen empfinde, und dass mein Handeln direkte Auswirkungen auf meine Umwelt hat, auch wenn dieses vordergründig nicht so erscheint.


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