Ein Steinchen, klitze klitze klein,
es lag am Wegesrand
allein;
und sagte sich:
Bin ich wichtig.

Da kam ein schneller Schauer,
er war nur von sehr kurzer
Dauer,
doch kräftig und er nahm ihn mit,
der Stein bewegte sich
ein Stück
und fiel dann in den Fluß des
Lebens,
er trank
und wurd des redens.

Und er erzählte allem Wasser,
das ihn umströmte seine Leiden
und ließ sich bei dem nächsten
Schauer
doch immer weiter, weiter treiben.

Bei Zeiten wurd er dann noch kleiner
und er - erlöste sich, dann
auf,
so war er nicht mehr ein All-einer,
er strömte ein im Lebenslauf.

Und seine klitze kleinsten Teilchen,
verteilten sich und bauten neu,
es dauerte dann schon ein Weilchen,
doch es entstand aus ihm dann
Spreu
und Weizen, Tiere und dann Menschen
die sich erneut von ihm
begrenzten,
der er mal war,
das Jahr vorm Jahr.

Und dann erstarb, der Mensch,
der sich von ihm so abgegrenzt
und wurd zur Erde dann zu Stein
und wurd zum Schluß
ein Steinchen, klein,
das dort am Wegesrande lag,
dort neben Deinem Menschengrab.

Und die Moral von der Geschicht:

Erkennst Du Dich im Steinchen nicht,
dann wirst Du nie in Allem sein
und bist alleiner als ein Stein.



Das Nehmen / Augenblicke